| Verkehrte
Welt Landwirtschaft
gehört zu einem der vielseitigsten und interessantesten Wirkungsbereichen auf
dieser Erde. Wer in der Landwirtschaft arbeitet, hat einen der schönsten und gleichzeitig
einen der härtesten Berufe. Leider haben die Landwirte in den vergangenen Jahren
die negativen Seiten ihrer Tätigkeit besser kennengelernt, als ihnen lieb war.
Wir leben in einer Zeit, in der die Wertschätzung der Nahrungsmittel täglich abnimmt.
Viele Menschen in unserem Land kennen Hunger nicht mehr. Lebensmittel kommen aus
dem Supermarkt und der direkte Bezug zur Produktion und zur Landwirtschaft geht
verloren. Ist
es nicht eine "verkehrte Welt", wenn die Grundlage unseres Lebens von so geringer
Bedeutung ist? Johannes Thomsen aus Rendsburg und Prof. Alfons Janinhoff aus Bingen
haben die Lage der Landwirtschaft auf den Punkt gebracht: Wir leben in einer Zeit,....
- in der
1 t Kohle teurer ist, als 1 t Getreide
- in
der 1 kg Katzenfutter mehr kostet, als 1 kg Kotelett
- in
der die Entsorgung von 1 t Müll teurer ist als 1 t Getreide
- in
der für 1 l Mineralwasser mehr bezahlt wird als für 1 l Milch
- in
der 1 m² Teppichboden das Zehnfache eines Quadratmeters Ackerland kostet
- in
der die Priorität der Landnutzung für die Bevölkerung folgende abnehmende Rangfolge
einnimmt: 1. Moore, 2.Wälder, 3. Straßen, 4. Gebäude, 5. Grünland, 6. Ackerland
- in der Verbraucher
nur noch 15 Prozent ihres verfügbaren (Netto-) Einkommens für Nahrung ausgeben.
- in der Freizeit,
Mobilität, Wohnung mehr Geld beanspruchen als Nahrung
- in
der während der Arbeitszeit mehr über Urlaub gesprochen und diskutiert wird als
über effizientere Arbeit
-
in der inzwischen einige Bevölkerungsgruppen für Kosmetika mehr Geld ausgeben
als für Nahrung
- in
der die Krankheits- und Kurkosten teurer sind als die Nahrungskosten (12 bis 15
Prozent des Bruttolohns)
- in
der für Alkohol und Nikotin in der Bundesrepuplik mehr ausgegeben wird, als der
deutsche Landwirt für alle erzeugten Produkte erhält
- in
der die Landwirtschaft die Naturlandschaft kostenlos pflegt, sich aber für die
dabei abfallende Nahrungserzeugung entschuldigen muß
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